Tipp des Monats:
„Das Wort für Welt ist Wald“
Der Science-Fiction-Klassiker von Ursula K. Le Guin jetzt neu übersetzt von der großartigen Karen Nölle, kongenial illustriert von Hannah Brückner und in einer wunderbar gebundenen Prachtausgabe bei der Büchergilde erhältlich.
Bereits in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts behandelt dieser hellsichtige Roman der preisgekrönten Autorin die Themen Umweltzerstörung, Ausbeutung und Kolonialismus: Der von Wäldern bedeckte Planet Athsche, auf dem eine kleinwüchsige humanoide Bevölkerung gewaltfrei im Einklang mit der Natur lebt, wird von einer Gruppe Terranern kolonisiert, die es auf den Rohstoff Holz abgesehen hat. Ein Rohstoff, den Terra dringend benötigt, der dort aber fast nicht mehr vorkommt.
Brutal versklaven die Terraner die Athscheaner, vergewaltigen deren Frauen und roden die Wälder. Weil die in Harmonie lebenden und friedliebenden Einheimischen sich (zunächst) nicht zur Wehr setzen, halten die überwiegend männlichen Terraner sich nicht nur für körperlich, sondern auch für geistig überlegen.
Die Kultur der Athscheaner ist jedoch eine völlig andere als die von Terra. Sie unterscheiden in „Traumzeit“ und „Weltzeit“, verfügen über eine Art kollektives Unbewusstes und einen komplexen Schlaf-Wach-Rhytmus.
Der einzige, der sich bemüht, die Ureinwohner besser zu verstehen, ist der Anthropologe Lyubov. Er rettet den einheimischen Selver davor, umgebracht zu werden und freundet sich mit ihm an. Selver wird schließlich zur Schlüsselfigur für die aufbrechenden Konflikte. Er begreift als erster das terranische Konzept von „Gewalt“ und dass den Athscheanern die Ausrottung droht, wenn sie sich nicht verteidigen.
Der Preis, den alle Beteiligten am Ende zahlen müssen ist jedoch enorm hoch.
Alles weitere wäre ein Spoiler, deshalb: unbedingt Buch besorgen und selbst lesen!
* unter dem Prädikat „lesenswert“ poste ich Links zu – meiner unmaßgeblichen Meinung nach – interessanten Artikeln, Buchempfehlungen etc.






